ex. CHULAN
Typ 5,5m R-Yacht
Registrierung G20
Baujahr 1964
Material Mahagoni
Maße L x B x T = 9,5 x 1,9 x 1,4 m
Gewicht 1900 kg
Segelfläche 29 m2
Hilfsmotor 2 PS Honda 4 Takt
Geschwindigkeit bis 6,5 kn unter Segel, 4,5 kn unter Motor
CREINVELT wurde 1964 in der DDR bei Berlin gebaut. Konstrukteur war Willi Lehmann, der nicht nur im Regattasport aktiv war, sondern auch Motorsport betrieben hat. Die von Willy Lehmann konstruierten und gebauten 5.5er wurde für die Ausscheidungen zu den Olympiaden von 1952 bis 1964 gebaut. Ausgesegelt wurde die Teilnahme zwischen den Booten des DSV (West) und des BDS (Ost), auf Regatten wie z.B. der Kieler Woche. Meistens fuhren die Lehmann 5.5er hinterher, was in den 50ern wohl an den Segeln gelegen haben soll, in den 60ern wird dies nicht mehr kommentiert; politisches Geplänkel steht da im Vordergrund der Berichterstattung über die Ausscheidungen OST<>WEST. Die Olympia Teilnahme wurde aber immer über Regattaergebnisse ermittelt.
Nach 1964 entschied die DDR, kein 5.5m Boot mehr in die Ausscheidung für 1968 zu schicken. Ein bekannter 5.5er Segler aus Rostock, Paul Borowski, stieg danach auf den Drachen um und gewann dann in Acapulco die Bronzemedaille für die DDR.
Nach den letzten Ermittlungen war Creinvelt zuvor die GO15, „Herz Dame“ V, also die fünfte von der Willy Lehmann Werft gebaute Herz Dame. Offenbar wurde sie auf Kiel gelegt, nachdem schon klar war, dass es mit der Olympiateilnahme nichts mehr werden würde. Es ist zu vermuten, dass hier die Willy Lehmann Werft inoffiziell für West-Devisen bauen durfte. Das Boot wurde dann Hermann Schwaderer, Markdorf angeboten. Er hat uns freundlicherweise die Zeichnung des Rumpfes überlassen, die ihm Willy Lehmann damals geschickt hatte. Zusammen mit H. Buck hatte er das Schiff in Ostberlin besichtigt. Herr Buck hat es dann erworben und an den Bodensee verlegt. Hier war es unter dem Namen „Chulan“ (indischer Maharadscha) im Meersburger Yacht Club registriert. Aus dieser Zeit ist auch der Messbrief erhalten, den die KV freundlicherweise in Kopie zur Verfügung gestellt hat.
Danach war es ca. 10 Jahre im Besitz von Herrn Baltes, Mitglied der Kreßbronner Segler. Dieser verkaufte es an einen Markdorfer Maurer, der es ca. 7 Jahre an einer Boje vor Meersburg liegen hatte. Zu diesem Zeitpunkt war das Schiff in einem sehr schlechten Zustand, da über lange Zeit keine grundlegenden Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt worden waren. Das Boot wurde dann von Jochen und Stefan Ring erworben.
1964 Willi Lehmann, Berlin
1968 Buck, Mengen
1981 Baltes, Kreßbronn
1991 Börner, Markdorf
1997 Ring, Friedrichshafen
1999 Heck: Planken angesetzt, Deckel und Unterstruktur erneuert
2000 Kiellauf:
Planken Backbord ersetzt, Wrangen erneuert, Spanten unten
angesetzt
Freibord-Steuerbord: große Plankenstöße
gestäbelt, Lackaufbau komplett erneuert.
2001
Ruderbereich: Kielschwein komplett ersetzt (ca. 3 m), 3 Wrangen
erneuert, Spanten unten angesetzt
Freibord-Backbord: große
Plankenstöße gestäbelt, Lackaufbau komplett erneuert.
2003 Mastfuß:
alle Wrangen + Mastfuß, sowie Hauptspant mit Befestigung
Unterwant ersetzt. Spantquerschnitt erhöht und Blech verstärkt.
Kielschwein (ca. 2 m) erneuert.
Unterwasserschiff: komplette
Stäbelung bis zum Kiellauf, Lackaufbau komplett erneuert.
2004 Kielschwein von unten saniert, restliche Wrangen ausgetauscht, Lackierung innen erneuert
2005 Bereich unter Ruderdurchführung erneuert, Stäbelungen am Kielschwein, Lackierung innen erneuert
2006 Stäbelungen Freibord Stb. und anschließend lackiert
2007 Mast neu lackiert, Freibord Bb gestäbelt, lackiert, Vordersteven außen erneuert, eine Schäftung im Unterwasserbereich ersetzt, Unterwasserschiff Lackierung neu aufgebaut.
2008 Ruder
erneuert: neues Ruderblatt aus Sperrholz aufgebaut, Ruderschaft neu
gefertigt, Aufnahme und Dichtungspackung im Schiff ersetzt
Neue
Ober- und Unterwanten der Fa. Bartels (Rollfocks, Drahtseile) aus
Markdorf (den guten Service muss ich hier mal loben!),
Wantendurchführungen wurden neu nach eigener Zeichnung von der
MTU Lehrwerkstatt angefertigt, Hülsen ins Deck eingeklebt und
noch das Mastsüll neu gebaut.
2009: Schandeck: Fällrisse der Mahagoniplanke ausgefräst mit Leiste repariert , Fockschotschienen Fa. Pfeiffer montiert, Ruderschaft mit axialem Höhenanschlag versehen, so dass Ruder nicht mehr aufschwimmen kann.
2010: Kiellauf vor dem Ruder erneuert mit Verlängerung der Wrangen nach unten. Stäbelung an 3 Fugen auf Backbord. Lackierarbeiten an Mast, Schandecks und Cockpit-Süll.



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